1900 – 1913

Gründung des Vereins im Januar 1900 in der Weinwirtschaft „Zur Linde“ von Wilhelm Neckarauer. 
Das Gründungsprotokoll ist leider bis heute, trotz intensiver Suchaktionen verschiedener Vorstandsgenerationen, verschwunden. 
Schriftführer im Vorstand war zu Beginn Wilhelm Kohl IV (aktiver Sänger im 2. Bass  

bis 1912). 1910 übernahm Christoph Scherf die Aufgabe des Schriftführers und anschließend Johannes Scherf.....
"Leider endet hier unser Wissen, Weißt du mehr, hilfst uns weiter?"


Der Jahresabschluss der Eintracht im Jahr 1900 wis bereits 118 Mitglieder (aktive und passive) aus. Bis 1913 waren es schon 225. Bei einer Bevölkerung von ca. 2400 Personen (s. Heimatbuch Weisenheim am Sand 1960) sind dies ca. 19% aller männlichen Ortsbewohner. Dabei darf nicht vergessen werden, dass der GV Liedertafel schon seit 1846 den Weisenheimer Sängern eine Heimat bot. Diese Entwicklung zeigt, welche Bedeutung die Gesangsvereine im Leben der Dorfgemeinschaft hatten und dass durchaus Platz war für einen zweiten Ortsverein.

Der Mitgliedsbeitrag betrug vom ersten Tag an für Aktive und Passive betrug monatlich 0,20 Goldmark. Dieser Beitrag war 14 Jahre lang stabil und deckte die Kosten für den Dirigenten, das Notenmaterial, das Steinöl für die Beleuchtung sowie sonstigen Ausgaben. Auch die üblichen Defizite (Orchesterkosten) aus Bällen und Konzerten waren damit abgedeckt. Für die Vereinsfahne wurden im Jahre 1905 im Rahmen einer Spendenaktion von den Mitgliedern 600 Goldmark aufgebracht.

1914 – 1932

Der erste Weltkrieg unterbricht die Chronik der Eintracht, 11 Sänger sind gefallen, zwei weitere wurden als vermisst gemeldet und kehrten nicht zurück. Im Vorkriegsjahr 1914 hatte der Verein zwar 225 Mitglieder, aber nur noch 17 Sänger (gegenüber ca. 60 in den Vorjahren). Die Aktivitäten waren wahrscheinlich sehr gering. Weitere Aufzeichnungen beginnen erst wieder im Jahre 1919 und berichten über eine rasante Aufwärtsbewegung in den  darauffolgenden Jahren.

1914 – 1932

Allerdings nicht nur bei Mitgliedern 
(1920: 273 Stück) und Sängern, sondern vor allem im finanziellen Bereich aufgrund der Inflation ab 1922.
Im ersten Halbjahr 1923 waren es z.B. für:

  • Ballmusik 1923 – Kapellmeister Eberle 450.000 Papiermark 
  • Feuerversicherung 3.076.000 Papiermark
  • Jahresmitgliedsbeiträge bis Oktober 

       60 Papiermark
Die Folge dieser Entwicklung war ein Defizit in Höhe von 2.442.885 Papiermark. Nach Einführung der Goldmark wurde der Fehlbetrag jedoch ausgeglichen, und der Jahresabschluss ergab aufgrund erhöhter Monatsbeiträge im November/Dezember einen Kassenbestand von 187,30 Goldmark. Somit setzte wieder eine Epoche geregelter Finanzen ein.
Es folgten Jahre mit hohen Mitgliedszahlen, einem sehr starken und ausgeglichen besetzten Männerchor unter Leitung des neuen Dirigenten W. Schubar, der den Lehrer Edrich abgelöst hatte, und der 25 jährigen Vereinsführung durch Friedrich Langenwalter.

1933 – 1945

Die Zeiten wurden schwieriger, die Politik spielte die Musik, und die Eintracht ver-schwand im Jahre 1937 von der Bildfläche, als sie ihren Nahmen in „Sängerchor 1900“ ändern musste und mehr und mehr ins nationalsozialistische Pflichtprogramm einbezogen wurde. In den Kriegsjahren gab es keine Aktivitäten. Leider verlor der Verein auch diesmal wieder 17 treue Sänger, die an den Fronten gefallen oder vermisst sind.

1946 – 2000

Mit einem neuen Dirigenten – Erwin Süß – brach die Eintracht unter altem Namen am 27.07.46 in die neue Zukunft auf. Die Tradition langjähriger Chorleiter setzte sich fort – nach 30 Jahren E. Süß folgten 20 + 1 Jahr von Georg Vogt. Eins ist sicher – die Eintracht 1900 Weisenheim hat 100 bewegte Jahre als Verein deshalb gut über-standen, weil sie immer fähige Vereinsvorstände und aktive Mitglieder mobilisieren konnte. Diese hohe Anforderung gilt auch für das nächste Jahrhundert.

 

2001-2010

im Jahr 2009 entstand der Frauenchor unter der Leitung von Frau Claudia Zorn-Vonhof.